Chiaroscuro

von | Kurz & knackig

(von [italien.] chiaro = hell, klar; scuro = dunkel; Aussprache: [ki̯aroskuro])

Stellen Sie sich einen Raum mit dunklen Wänden und schummriger Beleuchtung vor, in dem sie kaum den Hintergrund erkennen können. Und dort steht vor der dunklen Wand eine Person in einen hellem Gewand und wird von einem Strahler angeleuchtet. Dramatik pur!
Solch ein starker Hell-Dunkel-Kontrast wird als Chiaroscuro bezeichnet, im Französischen auch als Clair-obscur. Der Effekt: Die räumliche Wirkung wird vertieft, die Spannung und Lebendigkeit verstärkt. Die Maler der Spätrenaissance und im Barock beherrschten dieses Gestaltungsmittel ausgezeichnet, etwa Rembrandt oder Caravaggio.

Chiaroscuro gehört neben Sfumato (weiche, rauchige Farbübergänge), Unione (Vereinigung von Objektkonturen) und Cangiante (Schattierungstechnik, bei der dunkle Farben statt Schwarz verwendet werden), zu den vier wichtigen Maltechniken der Kunst in der Renaissance.

Übrigens: Auch die Fotografie hat sich von den speziellen Lichtverhältnissen inspirieren lassen. Vor allem in der Portrait-Fotografie spielt diese Technik eine Rolle und wird in Anlehnung an den großen Meister als Rembrandt-Licht bezeichnet,

Chiaroscuro: Rembrandt Harmensz van Rijn (1606-1669), Der Geldwechsler (1627) Credit: Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie / Christoph Schmidt

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